Diese Seite wurde zuletzt am 16.05.2012 aktualisiert.
Hier möchten wir Ihnen Berichte, Bilder von ehemaligen Heimkindern nahe bringen,
vielleicht auch Gedichte, Gedanken, Philosophierereien...
...kurz: alles, was den Betroffenen hilft, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen.
Und was er oder sie mit anderen Betroffenen oder nicht Betroffenen teilen mag.
Sie werden die einzelnen Beiträge (die in loser Folge erscheinen sollen)
als pdf-Dateien finden, die auf dieser Seite verlinkt sind.
Sie können diese hier öffnen zum Anschauen, Runterladen, Ausdrucken...
Wir möchten Sie allerdings bitten zu beachten,
dass das Urheberrecht der Beiträge stets bei den Autoren/innen liegt.
Zerbrochene Herzen
zerbrochene Seelen
kein Schrei kommt aus unseren Kehlen.
Kalte Gefühle,
kalte Gedanken
die zwischen Frohsinn und Traurigkeit wanken.
Von Menschen missachtet, von Menschen verkannt,
als Kind mit der Trauer gegen Mauern gerannt.
Man bittet um Verstehen, Man bittet um Gefühl,
doch die Herzen der Menschen sind meistens ganz kühl.
Drum schaut in unsere Augen,
drum schaut in unser Gesicht,
ein bisschen mehr Verständnis mehr wollen wir nicht.
(Aribert Prempeh)
Das Leiden einer Mutter
Kann Dich nicht beschützen wenn Du in Not bist,
kann Dich nicht wärmen wenn Du frierst,
kann Dich nicht nähren wenn Du hungrig bist
kann Dich nicht trösten wenn Du weinst,
kann Dich nicht aufheben wenn Du fällst,
kann Dich nicht in den Arm nehmen wenn Du kuscheln willst,
kann Dir nicht beibringen wie man Fahrrad fährt,
kann Dir nicht zeigen wie der Drachen steigt,
Sie haben Dich mir genommen,
und jetzt fehlt uns die verlorene Zeit.
(Michaela Arendt)
Ach herrje, herjemine
Ach was muß man oft von bösen
Nonnen, Priestern hören oder lesen,
wie zum Beispiel hier von diesen
welche mhm und mhm da hießen
Sonntagsschläge und Gebete
Schuldbekenntnis und Gerede
ohne Moral sie oft schlugen
uns, die keine Mütter trugen
Scheinheilig fromm sie sich gebärden
Gefühlte Herscher auf der Erden
Kinder zu lieben kam nicht vor,
wer daran glaubte war ein Thor.
Und sollte mal der Bischof kommen?
wie unterwürfig diese Nonnen
das Kreuz im Gesicht, den Blick nach unten
als hätten sie Ihren Gott gefunden.
Dabei, was jene von KZ Wächtern unterschied,
war, daß man als Kind am Leben blieb
Es passte auch nicht mehr in die Zeit
das nur der Tod hieß Ewigkeit
so wars, in den sechsigern Jahren
wohl dem, der sich konnt damit ertragen,
doch manche leiden Heut noch stumm
und die Heimzeit frißt einen um.
(Josef Kolf, 2011)
Frei nach Wilhelm Busch
Lyrik Reloaded/In den Ferien zum Opa!
Als Kind zum Opa vierzehn Tage
Erholung von der Hölle Last
Rechts den schweren Koffer trage
der viel zu groß, und mir nicht passt.
Morgens Frühstück,Comic lesen
Opa in der Werkstatt war,
wie glücklich bin ich Dort gewesen
immer war jemand für mich da.
Pfeil und Bogen, Indianer spielen
niemals Schläge, Verständnis pur
selbst wenn Rosen getroffen fielen
höchstens kam ein Knurren nur.
Samstags zur Stadt, dem Comic Laden
Oma besucht Ihre Mutter dann
Opa zieht zuhaus den Graben,
damit man etwas pflanzen kann
Mittags Siesta,Zeitung lesen
Kaffee, Kuchen, Fernseh an
doch die Zeit gerinnt gewesen,
als ob die Hölle nicht warten kann.
Doch noch ist Zeit, erst eine Woche
festhalten möchte man die Uhr
doch den Zeiger kann man nicht ausknocken
dreht immer schneller, einfach stur
Montag,Dienstag noch fünf Tage
es schleicht sich an die Traurigkeit,
leider ergibt sich nie die Frage
was ich will, für immer bleib
Sonntag, Schluß die Nonnen warten
welche Wehe, Angst vor Leid
Angst vor diesen Pinguin Trachten
Schluß mit Liebe, es ist Zeit
Gut verschlossen diese Wochen
Ferien wieder, hofft man bald
das Glück im Heim sich schnell verkrochen
mir Fehlt der Opa, das Haus, der Wald
Noch immer erträum ich diese Tage
Leben ist Dort keines mehr
im Stillen ich mir noch sage
Ihr Lieben Alten, Ihr fehlt mir sehr.
Josef Kolf am 06.06.2010
Verzichten, nein danke
Wir sollen verzichten, verzichten, verzichten.
So wollen es Kirche und Staat!
Und abermals wollen sie über uns richten.
Das klingt wie Hohn, wie Spott und nach Verrat.
Kindheit und Jugend wurde uns gestohlen,
Wir waren rechtlos im Staat der Rechte.
Sie taten es ganz unverhohlen,
Und hielten uns für ihre Knechte.
Entschädigung ist nicht angesagt,
Nur Almosen sollen wir bekommen.
Und wem das alles nicht behagt,
Sei eine Klage unbenommen.
So geht viel Zeit über das Land,
und weiter werden Sie über uns richten,
mit ihrer starken Pranke von Hand,
bis unsere Reihen sich lichten.
An euren Taten werden wir euch messen,
Ihr sollt euch schämen, ihr Ungeheuer.
Wir lassen uns nicht mehr erpressen,
Noch lodert in uns ein stetig Feuer!
M. Zielke 20.01.2012
Gedanken
Überlegungen
Schadenfreude
ist die schönste Freude, kann aber Feinde schaffen
Erstaunen
gebar die Philosophie und wird von Rechthabern immer wieder unterschätzt
Skepsis
ist bisweilen angebracht, sollte aber nicht weiteres Dazulernen verhindern